Wie Entwicklung entsteht, wenn Perspektiven Platz haben
Teufel und Engel. Perfektionist und Chiller. Wohlwollen und Neid.
Wir kennen sie alle – diese widersprüchlichen Anteile in uns. Ich kenne sie jedenfalls gut. Und lange habe ich versucht, die unliebsamen Seiten einfach wegzuschieben. Zu bekämpfen. Zu ignorieren.
Hat nicht funktioniert.
Widerstand zwecklos – warum wir unsere inneren Stimmen nicht einfach abschalten können
Die Psyche ist ein komplexes System. Sie führt ein Eigenleben.
Gedanken tauchen auf. Gefühle tauchen auf. Und wir haben deutlich weniger Einfluss darauf, als wir uns das wünschen. Der Versuch, alles zu kontrollieren, kann manchmal gelingen – muss aber nicht.
Was passiert stattdessen, wenn wir eine innere Seite bekämpfen? Sie wird größer. Lauter. Präsenter.
Das erlebe ich in meiner Arbeit als Coach in Berlin immer wieder – bei Führungskräften, bei Menschen in beruflichen Übergängen, bei mir selbst.
Die Sowohl-als-auch-Logik: Ein anderer Umgang mit inneren Widersprüchen
Ich arbeite mit dem, was ich die Sowohl-als-auch-Logik nenne. Sie basiert auf einer einfachen, aber nicht immer leichten Erkenntnis:
Die Psyche ist sowohl beeinflussbar als auch nicht beeinflussbar. Das gilt für Gedanken, Gefühle und innere Dynamiken gleichermaßen.
Das kann frustrierend klingen. Gleichzeitig ist es befreiend.
Das Sowohl: Akzeptieren, was da ist
Der Teil der Psyche, der sich nicht direkt steuern lässt, beruhigt sich am ehesten über Akzeptanz. Nicht über Kampf.
Ein Beispiel aus meinem Alltag: Vor einem wichtigen Meeting meldet sich mein innerer Perfektionist zuverlässig.
„Mach es so und so."
„Pass auf, was du anziehst."
„Die Folien müssen noch besser sein."
„Hast du wirklich alles bedacht?"
Hilft es, ihn innerlich wegzuschieben? Bei mir nicht. Was hilft: beobachten. „Aha, da ist er wieder – der Perfektionist. Dich kenn ich schon ziemlich gut."
Diese Haltung schafft Distanz. Es ist nur eine Seite von mir. Ich muss dieser Stimme nicht folgen.
Was ich innerlich bekämpfe, mache ich damit in der Regel größer.
Das ist das große Sowohl.
Das Als auch: Bewusst handeln – trotz unangenehmer Gefühle
Der Teil, den wir stärker beeinflussen können, ist unser Handeln. Das ist das Als auch – und ich meine damit werteorientiertes Handeln.
Was fühlt sich für mich sinnvoll an? Wofür bin ich bereit, auch durch unangenehme Gefühle zu gehen?
Wenn ich einen mehrtägigen Workshop moderiere, bin ich oft nervös. Ich muss gleichzeitig an die Gruppe denken, an die Materialien, den Zeitplan – und an mich selbst. Druck, Nervosität, Anspannung. Und trotzdem mache ich es – weil mir Beziehungen, Lebendigkeit und Kreativität wichtig sind.
Das „Wofür" ist sinnstiftend genug, um das Unangenehme in Kauf zu nehmen. Und mit Übung wird es meistens auch leichter.
Gefühle dürfen da sein. Handeln dürfen wir wählen.
Das ist das Als auch.
Was das für dich bedeutet
Entwicklung ist keine Entweder-oder-Frage. Es geht nicht darum, die „schlechten" Anteile loszuwerden und nur noch die „guten" zu zeigen.
Es geht darum, beides zu sehen – und trotzdem bewusst zu handeln.
Genau das ist der Kern meiner Arbeit als Coach in Berlin: mit Menschen, die wirksam sein wollen und gleichzeitig verbunden bleiben möchten – mit sich und mit anderen.
Ich bin Rouven Faasch und Coach in Berlin Mitte. Ich begleite Menschen in beruflichen Übergängen sowie Führungskräfte und Teams.